Gemeinsame Presseerklärung der Ärzte der Universitätsklinika Dresden, Halle, Jena, Leipzig und Magdeburg (Mitteldeutsche Mediziner-Streik-Plattform) zu den Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder

13.06.2006

Die wieder aufgenommenen Tarifverhandlungen zwischen dem Marburger Bund und der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) wecken erneut Hoffnungen auf eine baldige Lösung des Tarifkonfliktes.

Wir begrüßen die Wiederaufnahme der Tarifverhandlungen ausdrücklich. Ein wesentlicher Impuls für diese aktuelle Entwicklung war nicht zuletzt die Umstellung der Streikstrategie auf einen unbefristeten Vollstreik und die flächendeckende Teilnahme der Universitätsklinika in den neuen Bundesländern. Beide Faktoren steigerten den politischen Druck in Deutschland.

Umso wichtiger ist es jetzt einen einheitlichen Tarifvertrag zu vereinbaren, der gleiche Bedingungen in allen Bundesländern schafft.

Alle bisherigen Vorschläge der TdL würden den jetzt schon bestehenden Standortnachteil der Universitätsklinika in den neuen Bundesländern auf Jahre hinaus verschärfen. Schon jetzt ist in weiten Teilen Ostdeutschlands die medizinische Versorgung durch die Abwanderung hoch qualifizierter Ärzte in die alten Bundesländer oder ins Ausland gefährdet.

Wir appellieren deshalb an die Verhandlungspartner unter Beachtung dieser besonderen Problematik einen vernünftigen und tragfähigen Kompromiss für ganz Deutschland zu erzielen.


Für den Ärztesprecherrat der Universität Dresden
Dr. med. Anette Ditzen, Dr. med. Sebastian Stehr

Für den Ärztesprecherrat der Universität Halle
Dr. med. Johannes Köster, Dr. med. Alexander Nill

Für den Ärztesprecherrat der Universität Jena
Dr. med. Thomas Neumann, Markus Arp

Für den Ärztesprecherrat der Universität Leipzig
Dr. med. Cordula Röhm, Dr. med. Marcus Heufelder

Für den Ärztesprecherrat der Universität Magdeburg
Dr. med. Ute Schmidt, Dr. med. Falk Wiedemann