Newsletter des Marburger Bundes für Ärzte an Unikliniken


Sehr geehrte Damen und Herren,

der Marburger Bund hat den Beschluss gefasst (12.06.2006), das Angebot von Hartmut Möllring, die Verhandlungen für einen arztspezifischen Tarifvertrag wieder aufzunehmen, anzunehmen.

Anbei der Beschluss im Wortlaut:

Der Marburger Bund (MB) nimmt das Angebot der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) an, abschließende Verhandlungen zu einem Arzt-Tarifvertrag zu führen. Diese Verhandlungen können noch in dieser Woche aufgenommen und abgeschlossen werden. Der Marburger Bund erwartet eine kurzfristige Terminabstimmung mit der TdL.

Die im „Vier-Augen-Gespräch“ am 10.6.2006 vom Minister angebotenen Vertragselemente können in den Verhandlungen als Grundlage dienen.

Darüber hinaus hat der Marburger Bund Verhandlungsbedarf insbesondere zum Geltungsbereich des künftigen Arzt-Tarifvertrages und zur Gehaltsmatrix in den ersten beiden Berufsjahren.

Erklärung:

  1. Zur Definition des Geltungsbereiches:
    Dieser umfasst lediglich Ärztinnen und Ärzte, sowie Zahnärzte und Psychiater, die überwiegend in der Patientenversorgung tätig sind. Diese Formulierung erfasst wohl ungewollt nicht die Ärztinnen und Ärzte, die ebenfalls in der Krankenversorgung, jedoch nicht direkt am Patienten tätig sind (z.B. Hygieniker, Laborärzte etc…) Darüber hinaus wären auch andere Fachwissenschaftler der Medizin, die nicht Ärzte sind, aber in der direkten Patientenversorgung tätig, nicht mit erfasst (z.B. Psychologische Psychotherapeuten). Die fehlerhafte Formulierung des bekannten Textangebotes (sowie Zahnärzte und Psychiater) belegt ja, dass diese Wissenschaftler mit gemeint sind (Psychiater sind Ärzte, von daher bedürfte es nicht ihrer Erwähnung).
     
  2. Zur Verbesserung der Struktur des ärztlichen Dienstes:
    Zur Verbesserung der Struktur des ärztlichen Dienstes fordert der Marburger Bund eine Zulage für die ersten beiden Berufsjahre. Dieses soll vor allem helfen, den Berufsanfang an einer deutschen Universitätsklinik attraktiv zu machen und soll der drohenden Abwanderung ins Ausland entgegen wirken.

    Ein Beispiel auf der Basis einer Zulage von 100 € monatlich: An den deutschen Universitätskliniken arbeiten ca. 22.000 Ärztinnen und Ärzte, das entspricht etwa einem Sechstel der angestellten Ärzte. Ca. 6.000 Ärztinnen und Ärzte verlassen jedes Jahr die Universitäten und suchen eine (erste) Anstellung als Arzt. Würde ein Sechstel hiervon an Universitätskliniken anfangen, wären dies 1.000 Ärzte. Bei zwei Berufsjahrgängen reden wir also von einem Volumen von 2.000 Personen x 1.200 € jährlich. Dies entspricht 2.4 Mio. €. Wir reden also von einer eher marginalen Summe. Was eine große Wirkung bei den Berufsanfängern entfaltet, entpuppt sich als wenig dramatisch bezogen auf den Gesamthaushalt der Universitäten. Bei 34 Universitäten wären dies im Mittel keine 75.000 € jährlich!
     

Mit freundlichen Grüßen

Athanasios Drougias


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